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BÜCHNER.DIE WELT.EIN RISS

Das THEATERmobileSPIELE war mit der Produktion „büchner.die welt.ein riss“

zu Gast bei den Deutschkursen der Jahrgangsstufe 2

Eine Annäherung an den Autor Georg Büchner, eine Ergänzung, Vertiefung und Bereicherung des Unterrichts zum Sternchenthema „Dantons Tod“ sowie einen zusätzlichen Motivationsschub angesichts des bevorstehenden Abiturs ermöglichte im November die Aufführung des Ein-Mann-Klassenzimmertheaters „büchner.die welt.ein riss“ im Musiksaal des HG.

Dabei geht es um mehr als nur um eine Wiederholung des „Lektüreinhalts“ der Büchnerschen Tragödie zum Geschehen während der Jakobinerdiktatur der Französischen Revolution. Vielmehr wird anhand einer Collage aus Büchner-Zitaten das Lebensgefühl einer Zerrissenheit vermittelt, die der Autor sowohl politisch als auch privat durchlebt und in seinen Werken zum Ausdruck bringt.

Der Schauspieler Rüdiger Hellmann brilliert eine Stunde lang mit fragmentarischen Passagen aus privaten Briefen Büchners, aus dessen Revolutionsschrift „Der Hessische Landbote“, als Woyzeck am Hundehalsband, als „Bürger King“ alias König Peter aus Leonce und Lena, als lebensmüder Lenz sowie als die Erzfeinde Danton und Robespierre. Der Dialog der beiden Revolutionäre, bei dem beide Figuren von dem einen Darsteller gleichzeitig gespielt werden, verdeutlicht den „Riss“ in der Existenz des Revolutionärs. Neben der eindringlichen Wirkung der Texte beeindruckt auch die Fülle an Inszenierungsideen: Über kahle Äste gehängte blutverschmierte Jutebahnen und Plastikplanen machen das Bühnenbild aus. Durch einen Riss in der Kulisse greift die Hand des Atheismus angesichts des Leidens in der Welt. Denn „das ist der Fels des Atheismus. Das leiseste Zucken des Schmerzes und rege es sich nur in einem Atom, macht einen Riss in der Schöpfung von oben bis unten“ (Dantons Tod, III,1). Diese Kulisse wird im Verlauf der Aufführung demontiert, sodass am Ende nur noch die Guillotine  den Bühnenraum füllt - Sinnbild der Gewalt und des Nichts. Befremdend und zugleich faszinierend z.B. auch das Requisit der blauen Maske, die das Leben als Schauspiel augenfällig werden lässt. Büchners Lebensgefühl der Determiniertheit der menschlichen Existenz findet ihren Ausdruck in einer Puppe, deren Kopf am Ende unter der Guillotine fällt. „Puppen sind wir, von unbekannten Mächten am Draht gezogen“ (Dantons Tod, II,5), sagt Danton, aber auch: „Die Revolution (…) frisst ihre eignen Kinder“ (Dantons Tod, I,5). Schon am Beginn des Stückes steht eine in schwarze - den Tod symbolisierende – Folie gehüllte Baby-Puppe im Mittelpunkt, womit sich der Kreis des Menschseins zwischen Geborenwerden und Sterben schließt.

Die Schülerfragen im anschließenden Nachgespräch mit dem Regisseur Thorsten Kreilos bezogen sich zunächst auf derartige eindrückliche Inszenierungsdetails. Die Antworten eröffneten davon ausgehend einen weiten Verstehenshorizont für Büchner als Revolutionär, als Atheist, als Anatom, als Literat, als Mensch.

A. Zundler

 

 

 

 

 

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