Unser Bulgarien-Austausch

18. Okt 2026

Anfang Oktober reisten zehn Schülerinnen und Schüler nach Trojan, um die Geschichte und Kultur der bulgarischen Partnergemeinde kennenzulernen. Als Schule für Europa profitiert das Hariolf-Gymnasium von einer umfangreichen Erasmus-Förderung, die den Schülerinnen und Schülern dieses besondere Erlebnis ermöglicht.

Ein EU-Beitritt als Ausgangspunkt

Im kommenden Jahr jährt sich der Austausch zum zwanzigsten Mal und blickt auf eine lange Tradition zurück. Im Jahr 2007 trat Bulgarien der Europäischen Union bei – ein Ereignis, das in Ellwangen den Anstoß für eine Schulfreundschaft gab, die bis heute Bestand hat. Professor Dr. Eberl, damaliger Stadtarchivar und Leiter der Volkshochschule in Ellwangen, nahm Kontakt zum Hariolf-Gymnasium auf, und gemeinsam wurde eine mögliche Partnerschule in Sofia in den Blick genommen. Zur gleichen Zeit hatte Oberbürgermeister Karl Hilsenbek die bulgarische Stadt Trojan als mögliche Partnerstadt ins Auge gefasst.

Eine Reise mit weitreichenden Folgen
Kliment-Ohridski-Gymnasium
Kliment-Ohridski-Gymnasium

Um die Idee einer Städtefreundschaft mit Trojan zu prüfen, reiste eine kleine Delegation – der Oberbürgermeister, Siegfried Leidenberger, Leiter des Stadtbauamtes, und der damalige Schulleiter des Hariolf-Gymnasiums Rainer Matzner – zu einem Stadtfest nach Trojan. Vor Ort besuchte Rainer Matzner gleich zwei Schulen: das Vasil-Levski-Gymnasium und das Kliment-Ohridski-Gymnasium. Beide Schulleitungen empfingen die Gäste aus Ellwangen überaus herzlich – besonders die Schulleiterin des Kliment-Ohridski-Gymnasiums hinterließ einen bleibenden Eindruck.

Noch während des Besuchs wurde dem Oberbürgermeister zugesagt, dass das Hariolf-Gymnasium von jeder der beiden Schulen jeweils rund zehn Schülerinnen und Schüler in Ellwangen empfangen könne. Bereits vom 16. bis 26. Mai 2007 waren 15 Gäste aus Trojan erstmals in Ellwangen zu Besuch.

Der Austausch bekommt ein festes Fundament

Nach diesem gelungenen Auftakt stellte sich die Frage, wie der neue Kontakt dauerhaft gesichert werden könnte. Die Wahl fiel auf Ulrich Schwarzmaier, der die Aufgabe übernahm und den Austausch fortan betreute. Bereits im Oktober 2008 reiste er mit neun Schülerinnen und Schülern des Hariolf-Gymnasiums zum Gegenbesuch nach Trojan.

Auf bulgarischer Seite war es vor allem Penka Ostreva vom Kliment-Ohridski-Gymnasium, die den Austausch über all die Jahre mit großem persönlichem Engagement getragen hat. Ihrem unermüdlichen Einsatz ist es maßgeblich zu verdanken, dass die Freundschaft nie an Schwung verloren hat – dafür gilt ihr an dieser Stelle ein herzlicher Dank.

Was mit einem Stadtfest und einer spontanen Zusage begann, entwickelte sich so zu einer festen Partnerschaft zwischen dem Hariolf-Gymnasium und dem Kliment-Ohridski-Gymnasium in Trojan, die seither zahlreichen Schülerinnen und Schülern beider Länder interkulturelle Begegnungen ermöglicht hat.

Ein Besuch voller Begegnungen

Wie lebendig diese Partnerschaft bis heute ist, zeigte sich auch beim jüngsten Besuch der Ellwanger Schülergruppe in Trojan. Nach der Ankunft stand zunächst der direkte Austausch mit den bulgarischen Mitschülerinnen und Mitschülern im Mittelpunkt: Die Gruppe besichtigte das Kliment-Ohridski-Gymnasium und nahm gemeinsam mit den bulgarischen Partnerklassen am Unterricht teil, bevor ein Stadtspaziergang und ein herzlicher Empfang bei der Bürgermeisterin von Trojan, Frau Michailova, folgten. Interessiert sprach Frau Michailova mit den Schülerinnen und Schülern des Hariolf-Gymnasiums, erkundigte sich nach ihren Erfahrungen in Trojan und überreichte jedem Jugendlichen sowie den Begleitlehrkräften Nora Sekler und Nikolaus Müller eine kleine Aufmerksamkeit mit lokalen Produkten.

Empfang der Bürgermeisterin von Trojan
Empfang der Bürgermeisterin von Trojan
Kloster
Kloster

Auch das kulturelle und landschaftliche Umfeld der Region kam nicht zu kurz: Ein Tagesausflug führte die Gruppe in die historische Stadt Weliko Tarnowo, während ein weiterer Tag ganz im Zeichen der Region Trojan stand – mit Besuchen des Klosters von Trojan, des Museums in Tscherni Ossam und der traditionsreichen Ausstellung in Oreschak. Zum Abschluss des Programms stand noch der Besuch der Schule für angewandte Kunst auf dem Plan, bevor die Rückreise über den Flughafen Sofia angetreten wurde.

Zwischen Unterrichtsbesuchen, Ausflügen und kulturellen Begegnungen entstand so erneut ein dichtes Programm, das deutlich macht: Aus der spontanen Zusage von 2007 ist ein lebendiger, von beiden Seiten mit Engagement getragener Austausch geworden.

Verbindungen über die Schule hinaus

Die Freundschaft zwischen Ellwangen und Trojan beschränkt sich längst nicht auf den schulischen Austausch. Auch außerhalb des Hariolf-Gymnasiums ist die Verbindung zur bulgarischen Partnerstadt im Ellwanger Stadtleben fest verwurzelt: Jedes Jahr feiert Ellwangen den Methodiustag – ein Fest, das an den bulgarischen Slawenapostel Method erinnert und damit die kulturelle Brücke zwischen beiden Städten sichtbar macht. So lebt die 2007 begonnene Freundschaft nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch im gemeinsamen städtischen Erinnern und Feiern weiter.

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